Partnermodell der GEBNET AG
Mit der Strommarktliberalisierung steigen die Anforderungen an die Gemeinde/Elektra beträchtlich.
Die Öffnung oder Liberalisierung des Strommarkts führt zu einer Entflechtung von Netz und Energie. Das heisst, der Gesamtpreis für Elektrizität setzt sich künftig aus Netz- und Stromkosten zusammen. Für die Gemeinde/Elektra als Netzbetreiberin bringt die Entflechtung nicht nur viele neue, sondern auch die Ausdehnung bestehender Aufgaben mit sich.
Ohne GEBNET müssen GEB und die Gemeinde/Elektra die bisherigen Aufgaben weiterhin und die neuen zusätzlich erfüllen.
Mit GEBNET werden die bisherigen Aufgaben der Gemeinde/Elektra, die Aufgaben von GEB und alle neuen Aufgaben auf die GEBNET übertragen: Die Gemeinde/Elektra wird wesentlich entlastet und behält gleichzeitig Einfluss und Einkommen. Ausserdem bietet GEBNET im kantonalen Vergleich einen günstigen Strompreis.
Herausforderungen
Die Marktöffnung im Strombereich ergibt viele neue Herausforderungen, zBsp.
- Aufteilung Bereiche Energie und Netz (Unbundling)
- Publikationspflichten für Tarife, Abgaben, Jahresrechnung usw.
- Meldepflichten ElCom betr. Netzunterhalt und Versorgungsqualität
- Aufbau eines Energiedaten Management Systems (EDM)
- Führung einer Anlagebuchhaltung und einer Kostenrechnung nach StromVG
- Abrechnung von unabhängigen Produzenten und freien Kunden
- Aufbau Kundenwechselprozesse für den freien Markt
Zum Erfüllen dieser Anforderungen muss durch die Gemeinde / Elektra umfangreiches Knowhow termingerecht aufgebaut oder eingekauft werden.
Modellbeschreibung und Prozedere
Eine alternative Möglichkeit bietet das Partnermodell der GEBNET AG:
Die Gemeinde / Elektra
- bringt Gemeindenetz in die GEBNET AG ein und wird dadurch Aktionär und Miteigentümer aller Netze der AG,
- übergibt die gesamte Versorgungsverantwortung an die GEBNET AG,
- hat als Aktionär GEBNET AG Mitspracherecht (z.B. bei Investitionen, Ausbauten, Preispolitik usw.),
- erhält angemessene Dividende,
- kann Gemeindeabgaben (Konzessionsgebühren) erheben.
Einkaufprozedere (Basis: Netzbewertung gemäss gesetzlichen Vorgaben)
- Gemeinde / Elektra erhält für ihre Sacheinlage Aktien und verkauft 30% davon an BKW
- Youtility-Aktien werden übernommen und in den Sachwert eingerechnet
- Gemeinde / Elektra bezahlt 70 % der Emissionsabgabe (1 % vom Sachwert)
Vorteile
Vorteile für die Gemeinde / Elektra
- Befreiung der Gemeinde / Elektra von umfangreichen Aufgaben gemäss StromVG
- keine Investitionen in Ressourcen, Systeme, Knowhow nötig
- attraktive Rendite >> regelmässige, jährliche Dividende und Gemeindeabgabe
- GEBNET übernimmt Kundenbetreuung und Erstellung neuer Netzanschlüss >> Entlastung der Gemeinde
- Beteiligung als Aktionär plus Barauszahlung durch BKW
- Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen sichergestellt
- Aufgabenreduktion und damit Konzentration auf Kernkompetenz
- Berücksichtigung von lokalem Gewerbe bleibt möglich
Als Miteigentümerin der GEBNET erzielt die Gemeinde freiverfügbare Einkünfte, muss sich aber nicht mehr länger mit dem operativen Netzbetrieb und dem Stromhandel auseinandersetzen. Vorteile für den Endkunden (Strombezüger)
- Betreuung durch professionelles Service Center
- hohe Versorgungssicherheit dank kombiniertem Knowhow und Erfahrung im Netzbetrieb von GEB und BKW
- Versorgung aus einer Hand - mit klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten
- vergleichbare Preise (Netz, Energie, Anschlussgebühren)
- Der Stromkunde ist somit optimal und sicher versorgt.
Fünf zentrale Anliegen der Gemeinde/Elektra,
eine zukunftsfähige Lösung
Die Gemeinde/Elektra als Besitzerin des Stromnetzes hat für sich und ihre Einwohner fünf zentrale Anliegen:
- Einfluss auf das Stromnetz behalten
Wie kann der Einfluss der Gemeinde/Elektra auf das Stromnetz, z.B. bei der Vergabe von Unterhaltsaufträgen an lokale Firmen, erhalten werden?
- Gestaltung der Stromtarife
Wie stellt die Gemeinde/Elektra sicher, dass auch zukünftig faire Stromtarife in Rechnung gestellt werden?
- Kosten tief halten
Wie kann die Gemeinde/Elektra die ausgedehnten und die zusätzlichen Aufgaben als Netzbetreiberin effizient und kostengünstig erbringen?
- Abgeltungen für die Gemeinde/Elektra
Wie kann das Stromnetz nachhaltig Geld in die Gemeinde- oder Elektrakasse bringen?
- Strommarktliberalisierung
Wie können die Probleme, die die Strommarktöffnung mit sich bringt, gelöst werden?
Daraus ergeben sich für die Gemeinde/Elektra vier Möglichkeiten:
Im Detail
GEBNET aus der Region – für die Region
- Ein professionelles Energieversorgungsunternehmen anstelle von 24 autonomen Elektras.
- Vereinfachung der Strukturen und Nutzung von Synergien.
- Sichere Versorgung der Region mit elektrischer Energie.
- Arbeiten für Instandhaltung und Erneuerung des Netzes werden nach wie vor durch ortsansässige Firmen erbracht.
- Einheitliche Preise für Anschlussgebühren, Energie und Netznutzung.
- Klare Ansprechstelle für Kunden, Installateure, Amtsstellen inklusive 24-Stunden-Pikett.
- Vision: Versorgung der Region mit lokal und erneuerbar produziertem GEBNET-Strom.
Die Gemeinden/Elektras entscheiden mit als Aktionärinnen bei GEBNET!
Die über 100-jährige Erfahrung zeigt, dass die Bedürfnisse der Genossenschafter derElektra Bucheggberg im Bereich der Stromversorgung weitgehend deckungsgleich sind, sodass auch zukünftig ein gemeinsames Vorgehen sinnvoll ist.
Zusammen werden die Gemeinden/Elektras 70% der Aktien der GEBNET halten und können über die Belange von GEBNET entscheiden. Beispielsweise über die Höhe der Dividende, den jährlich wiederkehrenden Beitrag an die Gemeindefinanzen.
Mit der Stromliberalisierung wird vieles einfacher, aber vieles auch viel komplizierter: Die technischen und administrativen Anforderungen an die netzbetreibenden Gemeinden/Elektras steigen beträchtlich. Die Zukunft braucht neue Lösungen, und zwar solche, bei denen die Gemeinden/Elektras Einfluss und Einkünfte behalten.
Der Beitritt zu GEBNET bietet sich an, denn er lohnt sich langfristig und nachhaltig!